Alpine Unfallstatistik Bayern

Erste Alpine Unfallstatistik für Bayern veröffentlicht

Das Bayerische Kuratorium für Alpine Sicherheit (BayKurASi) hat mit der Alpinen Unfallstatistik Bayern erstmals eine umfassende Auswertung des Unfallgeschehens im gesamten bayerischen Alpenraum vorgelegt. Sie erfasst den Zeitraum vom 1. November 2024 bis 31. Oktober 2025. Ziel der Statistik ist es, alpine Notfälle systematisch zu erfassen, ihre Ursachen besser zu verstehen und daraus gezielte Maßnahmen für die Prävention abzuleiten. Was auf Bayerns Straßen seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, soll damit künftig auch für Bayerns Berge gelten: eine belastbare Datengrundlage, die Risiken sichtbar macht und einen wirksamen Beitrag zur Sicherheit leistet.

Was die Zahlen zeigen

Insgesamt wurden in dem Zeitraum 7.903 Notfälle registriert. 6.629 Menschen wurden verletzt oder erkrankten, 793 Personen wurden unverletzt gerettet, und 45 Menschen kamen ums Leben. Die meisten Notfälle ereigneten sich auf Pisten und Skirouten sowie beim Wandern und Bergsteigen.

Ein zentraler Befund betrifft medizinische Notfälle: Von den Todesfällen wurden 22 auf Herz-Kreislauf-Störungen zurückgeführt; 28 Todesfälle entfielen auf Wandern und Bergsteigen. Das Kuratorium betont, dass alpine Sicherheit daher nicht nur Absturz- und Lawinenprävention bedeutet, sondern auch Kondition, Überforderung, Vorerkrankungen und eine realistische Selbsteinschätzung umfasst.

Daten als Grundlage für Prävention

Grundlage der Statistik sind vor allem Einsatzdaten der Integrierten Leitstellen Allgäu, Oberland, Rosenheim und Traunstein sowie der Bayerischen Polizei. Die Daten werden zusammengeführt, geprüft und nach alpinen Disziplinen ausgewertet. Künftig sollen zusätzlich die Unfallzahlen von der Bergwacht Bayern, der Lawinenwarnzentrale Bayern, dem Deutschen Alpenverein und dem Deutschen Skiverband mit der Stiftung Sicherheit im Skisport einfließen.

„Die erste Alpine Unfallstatistik ist nicht der Abschluss eines Projekts, sondern der Beginn einer langfristigen Sicherheitsbeobachtung“, erklärt der Präsident des BayKurASi Thomas W. Holz. „Aus Daten soll Wissen entstehen – und aus Wissen konkrete Prävention.“

Ausblick

Die erste Auswertung macht bereits konkrete Schwerpunkte sichtbar, etwa beim Klettern, Klettersteiggehen und Mountainbiken. Zugleich zeigt sie, wo die Datenerfassung weiter verbessert werden muss. Ziel ist ein dauerhaftes und möglichst vollständiges Lagebild für die Sicherheit in den bayerischen Bergen – als Grundlage für wirksame, überprüfbare Präventionsmaßnahmen.

Die vollständige Pressemitteilung inkl. dem Bericht zur Übergabe der Statistik an Herrn Innenminister Joachim Herrmann, allen Zahlen und Hintergründen finden Sie hier.

Die Alpine Unfallstatistik Bayern finden Sie hier.